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<dc:creator xml:lang="de" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">Schiller, Friedrich</dc:creator>
<dc:title xml:lang="de" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">Die Bürgschaft</dc:title>
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<dc:contributor.editor xml:lang="pl" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">Ritter-Jasińska, Antje</dc:contributor.editor>
<dc:contributor.technical_editor xml:lang="pl" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">Niedziałkowska, Marta</dc:contributor.technical_editor>
<dc:publisher xml:lang="pl" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">Fundacja Nowoczesna Polska</dc:publisher>
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<dc:subject.genre xml:lang="pl" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">Ballada</dc:subject.genre>
<dc:description xml:lang="pl" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/">Publikacja zrealizowana w ramach projektu Wolne Lektury (http://wolnelektury.pl). Wydano z finansowym wsparciem Fundacji Współpracy Polsko-Niemieckiej. Eine Publikation im Rahmen des Projektes Wolne Lektury. Herausgegeben mit finanzieller Unterstützung der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.</dc:description>
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Friedrich Schiller, Musen-Almanach für das Jahr 1799, Cotta, Tübingen 1799.</dc:source>
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    <category.thema>3MN</category.thema>
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</rdf:RDF><liryka_l><nota_red>
<strofa>i und y:/
drey -> drei/ 
zwey -> zwei/ 
Tirann -> Tyrann</strofa>
<strofa>th -> t:/
Morgenroth -> Morgenrot/ 
thränenleer - tränenleer</strofa>
<strofa>ss -> ß:/
reisset -> reißet</strofa>
<strofa>Die Großschreibung am Zeilenbeginn innerhalb einer Strophe wurde durchgängig in Kleinschreibung geändert.</strofa></nota_red>












<autor_utworu>Friedrich Schiller</autor_utworu>



<nazwa_utworu>Die Bürgschaft</nazwa_utworu>




<strofa>Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich/
Damon<pe><slowo_obce>Damon</slowo_obce> --- Im Erstdruck (1799) heißt es ,,Möros"; der Ballade liegt die Erzählung von Damon und Phintias zugrunde, die Schiller in der Version des Hyginus Mythographus kannte, bei dem die Freunde Möros und Selinuntius heißen.</pe>, den Dolch im Gewande;/
ihn schlugen die Häscher in Bande./
»Was wolltest du mit dem Dolche, sprich!«/
entgegnet ihm finster der Wüterich./
»Die Stadt vom Tyrannen befreien!«/
»Das sollst du am Kreuze bereuen.«</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">»Ich bin«, spricht jener, »zu sterben bereit</wers_wciety>/
und bitte nicht um mein Leben; /
doch willst du Gnade mir geben,/
ich flehe dich um drei Tage Zeit,/
bis ich die Schwester dem Gatten gefreit;/
ich lasse den Freund dir als Bürgen ---/
ihn magst du, entrinn' ich, erwürgen.«</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Da lächelt der König mit arger List</wers_wciety>/
und spricht nach kurzem Bedenken:/
»Drei Tage will ich dir schenken./
Doch wisse: Wenn sie verstrichen, die Frist,/
eh du zurück mir gegeben bist, /
so muß er statt deiner erblassen,/
doch dir ist die Strafe erlassen.«</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Und er kommt zum Freunde: »Der König gebeut,</wers_wciety>/
daß ich am Kreuz mit dem Leben/
bezahle das frevelnde Streben;/
doch will er mir gönnen drei Tage Zeit,/
bis ich die Schwester dem Gatten gefreit,/
so bleib du dem König zum Pfande,/
bis ich komme, zu lösen die Bande.«</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Und schweigend umarmt ihn der treue Freund</wers_wciety>/
und liefert sich aus dem Tyrannen,/
der andere ziehet von dannen./
Und ehe das dritte Morgenrot scheint,/
hat er schnell mit dem Gatten die Schwester vereint,/
eilt heim mit sorgender Seele,/
damit er die Frist nicht verfehle.</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Da gießt unendlicher Regen herab,</wers_wciety>/
von den Bergen stürzen die Quellen,/
und die Bäche, die Ströme schwellen./
Und er kommt ans Ufer mit wanderndem Stab, /
da reißet die Brücke der Strudel hinab,/
und donnernd sprengen die Wogen/
des Gewölbes krachenden Bogen.</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Und trostlos irrt er an Ufers Rand:</wers_wciety>/
Wie weit er auch spähet und blicket/
und die Stimme, die rufende, schicket ---/
da stößet kein Nachen vom sichern Strand,/
der ihn setze an das gewünschte Land,/
kein Schiffer lenket die Fähre,/
und der wilde Strom wird zum Meere.</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Da sinkt er ans Ufer und weint und fleht,</wers_wciety>/
die Hände zum Zeus erhoben:/
»O hemme des Stromes Toben!/
Es eilen die Stunden, im Mittag steht/
die Sonne, und wenn sie niedergeht /
und ich kann die Stadt nicht erreichen,/
so muß der Freund mir erbleichen.«</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Doch wachsend erneut sich des Stromes Wut,</wers_wciety>/
und Welle auf Welle zerrinnet,/
und Stunde an Stunde entrinnet, /
da treibet die Angst ihn, da faßt er sich Mut/
und wirft sich hinein in die brausende Flut/
und teilt mit gewaltigen Armen/
den Strom, und ein Gott hat Erbarmen.</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Und gewinnt das Ufer und eilet fort</wers_wciety>/
und danket dem rettenden Gotte:/
Da stürzet die raubende Rotte/
hervor aus des Waldes nächtlichem Ort,/
den Pfad ihm sperrend, und schnaubet Mord/
und hemmet des Wanderers Eile/
mit drohend geschwungener Keule.</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">»Was wollt ihr?« ruft er, für Schrecken bleich;</wers_wciety>/
»Ich habe nichts als mein Leben,/
das muß ich dem Könige geben!«/
Und entreißt die Keule dem nächsten gleich: /
»Um des Freundes Willen erbarmet euch!«/
Und drei, mit gewaltigen Streichen,/
Erlegt er, die andern entweichen.</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Und die Sonne versendet glühenden Brand,</wers_wciety>/
und von der unendlichen Mühe/
ermattet, sinken die Knie:/
»O hast du mich gnädig aus Räubershand,/
aus dem Strom mich gerettet ans heilige Land,/
und soll hier verschmachtend verderben,/
und der Freund mir, der liebende, sterben!«</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Und horch! Da sprudelt es silberhell</wers_wciety>/
ganz nahe, wie rieselndes Rauschen,/
und stille hält er, zu lauschen;/
und sieh, aus dem Felsen, geschwätzig, schnell,/
springt murmelnd hervor ein lebendiger Quell, /
und freudig bückt er sich nieder,/
und erfrischet die brennenden Glieder.</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Und die Sonne blickt durch der Zweige Grün</wers_wciety>/
und malt auf den glänzenden Matten/
der Bäume gigantische Schatten;/
und zwei Wanderer sieht er die Straße ziehn,/
will eilenden Laufes vorüberfliehn,/
da hört er die Worte sie sagen:/
»Jetzt wird er ans Kreuz geschlagen.«</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß,</wers_wciety>/ 
ihn jagen der Sorge Qualen;/
da schimmern in Abendrots Strahlen/
von ferne die Zinnen von Syrakus,/
und entgegen kommt ihm Philostratus,/
des Hauses redlicher Hüter, /
der erkennet entsetzt den Gebieter:</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">»Zurück! Du rettest den Freund nicht mehr,</wers_wciety>/
so rette das eigene Leben!/
Den Tod erleidet er eben./
Von Stunde zu Stunde gewartet’ er/
mit hoffender Seele der Wiederkehr,/
ihm konnte den mutigen Glauben/
der Hohn des Tyrannen nicht rauben.«</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">»Und ist es zu spät, und kann ich ihm nicht</wers_wciety>/
ein Retter willkommen erscheinen, /
so soll mich der Tod ihm vereinen./
Des rühme der blut'ge Tyrann sich nicht,/
daß der Freund dem Freunde gebrochen die Pflicht,/
er schlachte der Opfer zweie,/
und glaube an Liebe und Treue.«</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Und die Sonne geht unter, da steht er am Tor</wers_wciety>/
und sieht das Kreuz schon erhöhet,/
das die Menge gaffend umstehet;/
an dem Seile schon zieht man den Freund empor,/
da zertrennt er gewaltig den dichten Chor: /
»Mich, Henker!«, ruft er, »erwürget!/
Da bin ich, für den er gebürget!«</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Und Erstaunen ergreifet das Volk umher,</wers_wciety>/
in den Armen liegen sich beide/
und weinen für Schmerzen und Freude. /
Da sieht man kein Auge tränenleer,/
und zum Könige bringt man die Wundermär';/
der fühlt ein menschliches Rühren,/
läßt schnell vor den Thron sie führen.</strofa>


<strofa><wers_wciety typ="1">Und blicket sie lange verwundert an;</wers_wciety>/ 
drauf spricht er: »Es ist euch gelungen,/
ihr habt das Herz mir bezwungen,/
und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn ---/
so nehmet auch mich zum Genossen an./
Ich sei, gewährt mir die Bitte, /
in eurem Bunde der dritte.«</strofa>



</liryka_l></utwor>